Die letzte Hoffnung dieser edeln Lande. Sie stürzt dahin, wenn sein erhabenes Herz vergessen hat, für Menschlichkeit zu schlagen. Es ist eine Liebestragödie und ein politisches Stück. Privates Glück oder selbstloses Engagement für politische Ideale? Don Karlos, Sohn des spanischen Königs Phillip II., muss sich entscheiden: Kämpft er für die Freiheit der von seinem Vater geknechteten flandrischen Provinzen oder um die Liebe seiner Stiefmutter Elisabeth? Sein Freund Marquis von Posa, ein glühender Idealist, drängt ihn zum Freiheitskampf, doch der einst "löwenkühne Junge" zögert. Mit tödlichen Folgen. Don Karlos ist der Sohn Philipps II. und in Philipps Augen gleichzeitig sein größter Feind. Zu Anfang des Dramas ist Karlos wie paralysiert und voller Misstrauen gegenüber dem gesamten Hof, da er überall, wie er weiß, von Spitzeln umgeben ist. Seine ehemalige Verlobte, Elisabeth von Valois, wurde ihm von seinem Vater entrissen, sodass dieser als Sechzigjähriger eine Frau im Alter seines Sohnes heiratete. Diese Heirat hatte jedoch nur einen politischen Sinn aber keinen, der auf Liebe oder Gefühlen aufgebaut war. Don Karlos jedoch empfindet immer noch Liebe für seine Stiefmutter. Sein ehemaliger Kindheitsfreund Marquis von Posa taucht überraschend am Hof auf und versucht, bei Karlos Beistand im Freiheitskampf von Flandern gegen den König von Spanien zu erlangen. Posa, Weltverbesserer und Aufklärer, spannt mit Hilfe der Königin Karlos in seine Dienste ein. So stehen sich die Konzepte des Tyrannen und des Freiheitsliebenden, die Charaktere Philipps und Posas gegenüber. Der König freut sich zuerst, in Posa einen ebenbürtigen Widerpart gefunden zu haben, da er die Unterwürfigkeit seines Hofstaates satt hat. Prinzessin Eboli, die eine Affäre mit dem König hat, gleichzeitig aber in Karlos verliebt ist, versucht, Karlos für sich zu gewinnen, und schickt ihm einen Brief. Karlos hält die Königin für den Absender des Briefes und marschiert sogleich in die Arme von Eboli. Als er das Missverständnis bemerkt, versucht er, Eboli die Sachlage zu erklären. Diese jedoch springt wütend auf und bringt eine Lawine ins Rollen ... "Geben Sie Gedankenfreiheit", fordert der Marquis von Posa von Spaniens König Philipp II. Mit dem bekannten Satz aus Schillers "Don Karlos" sind wir mitten in der fortwirkenden deutschen Misere. Denn ist es nicht ganz absurd, Gedankenfreiheit von seinem Despoten zu verlangen? Kann man sie überhaupt fordern – von anderen als von sich selbst? Der wandlungsfähige deutsche Untertan löst solche Probleme auf seine Weise: Bis heute zieht er es vor, sich Freiheiten eher von übergeordneten Instanzen genehmigen zu lassen, als sie sich zu nehmen und die damit verbundenen Wagnisse einzugehen. Für Schillers Marquis Posa allerdings ist schon diese Forderung lebensgefährlich. Schiller hat für "Karlos" seine "Zwecke" mehrfach gewandelt. So ändern sich auch die Lesarten des dramatischen Gedichts mit den Zeiten. Mit den Machterfahrungen von heute artikuliert das Theater nicht mehr das Humanitätspathos des 18. Jahrhunderts. Quelle: www.theater.ingolstadt.de
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