Der Letzte Herzog von Ingolstadt Schauspiel von Thomas Schwarzer Herzog Ludwig der Gebartete, der die Hälfte seines Lebens in Paris an der Seite seiner Schwester Isabeau, der König von Frankreich verbrachte, übernahm 1417 nach dem Tod seines Vaters Stephan die Regierungsgeschäfte in Herzogtum Bayern-Ingolstadt. Ausgehend von seinen Pariser Erfahrungen begann er sogleich, Ingolstadt zur repräsentativen Hauptstadt seines Herzogtums umzubauen und ließ unter anderem das Neue Schloss und das Münster errichten. Wegen Erbauseinandersetzungen, die noch aus der Zeit der bayerischen Landesteilung herrührten, war Ludwig der Gebartete rasch mit allen seinen Nachbarn im Streit und es begann die Zeit der bayerischen „Bruderkriege“. Einer der Hauptwidersacher des Ingolstädters war Herzog Heinrich von Landshut, später Heinrich der Reiche genannt. Aus einer ersten Pariser Ehe hatte Herzog Ludwig der Gebartete auch seinen einzigen rechtmäßigen Sohn nach Ingolstadt mitgebracht, der ebenfalls Ludwig hieß und wegen seiner körperlichen Missgestalt im Volksmund Ludwig der Bucklige genannt wurde. Zunächst kämpfte „der Bucklige“ jahrelang loyal an der Seite des Vaters gegen die feindlichen Vettern. Mit der Zeit und vor allem aufgrund der andauernden Bevorzugung des „Bastard-Sohnes“ Wieland, der aus einer Affäre des „Bärtigen“ mit einer Hofdame entstammte und nun ebenfalls am Ingolstädter Hof lebte, kam es immer mehr zum Bruch zwischen Vater und Sohn. Schließlich verbündete sich Ludwig der Bucklige offen mit der gegnerischen Seite und ließ den Vater, der ins benachbarte Neuburg vertrieben worden war, nach langer Belagerung gefangen nehmen. Ludwig der Gebartete wurde zunächst in Ansbach festgehalten und später an den Erzfeind, Heinrich von Landshut, verkauft, der ihn als Gefangenen auf die Veste Burghausen bringen ließ. Dort überlebte „der Bärtige“ den „buckligen“ Sohn um zwei Jahre und starb 1447 als „letzter Herzog von Ingolstadt“ in Gefangenschaft. Sein Herzogtum ging anschließend in den Besitz der Landshuter über. Ausgehend von den historisch-überlieferten Geschehnissen erarbeitete Dramaturg Thomas Schwarzer eine Vorlage für eine spannende Freilichtaufführung, die nicht immer ganz den historischen Forschungsergebnissen folgt, die ritterliche Welt der Ingolstädter Herzöge dafür umso plastischer entstehen lasst.
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